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Barbara Dröscher, Carlos Rincón (Hg.):
La Malinche
Übersetzung, Interkulturalität und Geschlecht

263 Seiten, 22,– €, ISBN 978-3-938944-43-1,
2., korrigierte Auflage: Juli 2010 (1. Aufl.: 2001),
Band 8 der Reihe "Tranvía Sur"

Keine andere Frauengestalt spielt in den Darstellungen der Eroberung Mexikos eine so zentrale Rolle wie La Malinche. Lange Zeit war das Bild der Übersetzerin des Konquistadoren Cortés mit dem Makel des Verrats behaftet. Seit den siebziger Jahren jedoch ist diese Frauengestalt in der mexikanischen und der Chicano-Literatur einer deutlichen Revision unterzogen worden, die schließlich auch in der Kulturtheorie ihren Niederschlag fand. Ob nun als La Malinche, Malinalli-Tenepal, Malintzin oder Doña Marina: sie ist zu einer Referenzfigur in Fragen des Geschlechts, der Ethnizität und Interkulturalität geworden, die natürlich auch Machtfragen sind.
Ein Großteil dieser Beiträge beruht auf Vorträgen zum Kolloquium "La Malinche: Traducción e interculturalidad en el contexto de poder, género y etnicidad", das im Jahr 2000 am Lateinamerika-Institut der Freien Universität Berlin durchgeführt wurde.

"Während manche Theoretiker Malinche nun als erste transkulturelle Grenzgängerin entdecken, zeichnen die von Dröscher und Rincón zusammengestellten Studien ein genaueres, oft auch widersprüchliches Bild. Sie zeigen, wie in Mexiko selbst der von Octavio Paz zelebrierte Opfermythos trocken und illusionslos beiseite geräumt wurde." (Alexander Honold in "Die Zeit")

INHALT:
Vorwort (als PDF-Datei)
Zur Aktualität der historischen Gestalt La Malinche (Barbara Dröscher);
La Malinche: Vom Geschenk zum Geschlechtervertrag (Jean Franco);
Malinche, die entäußerte Stimme (Margo Glantz);
Doña Marina und der Kapitän Malinche (Margo Glantz);
Der Malinche-Komplex (Claudia Leitner);
Malinche: Intellektuelle, Modell und Phantasma (Carlos Rincón);
Malinche, Malinchismo, Malinchista. Pradigmen für Entwürfe von Chicana-Identität (Anja Bandau);
Marina-Malinche: Verrat, Missbrauch und Empowerment in Chicana-Texten (Esther Keller u. Birgit Röhring);
Malinche im mexikanischen Kino (Joanne Hershfield);
Das Paradigma der Malinche in „El laberinto de la soledad“ von Octavio Paz und „Los recuerdos del porvenir“ von Elena Garro (Ina Jennerjahn);
Ingeborg Bachmanns Roman „Malina“ und La Malinche: Korrespondenzen (Barbara Dröscher).


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