Daniel
Leuenberger:
"Aber die Rede eines Verzweifelnden verhallt im Wind"
Joaquín Arderíus: Von der Avantgarde zur Engagierten Literatur
356 Seiten, 29,80 , ISBN 3-925867-91-0 (2005)
Der Romanschriftsteller, Biograph, Essayist und Journalist
Joaquín Arderíus (Murcia, 1885 Mexiko, 1969) gehört zu
jenen Intellektuellen, die in den zwanziger und dreißiger Jahren
das kulturelle und politische Leben in Spanien auf entscheidende
Weise mitgestaltet haben. Unter dem franquistischen Regime wurde
ihm als Verlierer aber keine Öffentlichkeit mehr gewährt,
weshalb er weitgehend in Vergessenheit geriet. Erst in jüngster
Zeit hat sich die Literaturwissenschaft für ihn zu interessieren
begonnen, auch wurden einzelne seiner Romane neu verlegt und
einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht. Obwohl Arderíus
nicht zu den ganz großen Autoren der 27er Generation gehört,
wird anhand seiner bemerkenswerten Hinterlassenschaft
nachvollziehbar, weshalb angesichts des gesellschaftspolitischen
Wandels Ende der zwanziger Jahre die realitätsfremde Avantgarde
und ihr Ideal der arte deshumanizado abgelöst wird von
der entgegengesetzten Ästhetik des nuevo romanticismo.
Daniel Leuenberger kommt das Verdienst zu, die erste umfassende
Studie über die spannendste Epoche in Arderíus Schaffen
erarbeitet zu haben. Er zeigt, wie sich der spanische Autor in
der Zeit von 1926 bis 1931 von einem stark von Nietzsche
beeinflussten Avantgarde-Ästheten zu einem sozialkritisch
engagierten Schriftsteller wandelte.
Aus dem Inhalt:
Entmenschlichte und menschliche Ästhetik; Die Avantgarde; die
"novela de compromiso"; Joaquín Arderíus' politischer
und schriftstellerischer Werdegang; Werkanalysen (La duquesa de
Nit, La espuela, Los príncipes iguales, Justo el evangélico, El
comedor de la Pensión Valencia, Campesinos); Textgestaltung;
Sprachstil und Bildlichkeit.
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