Lisa
Jandi:
Vom "roten
Gürtel" zum "braunen Gürtel"?
Rechtsextremismus in den Pariser Vorstädten
151 Seiten, 19,80 , ISBN
3-938944-00-5 (2006)
Die Präsidentschaftswahl des Jahres 2002 löste nicht nur in
Frankreich einen politischen Schock aus: Mit einem Stimmenanteil
von über 16 Prozent gelang es dem Anführer des rechtsextremen
Front National, Jean-Marie Le Pen, sich als zweitstärkster
Kandidat im politischen System Frankreichs zu platzieren.
Von diesem politischen Kontext ausgehend beleuchtet die
vorliegende Studie die tief greifenden Ursachen für den
anhaltenden Erfolg, den die extreme Rechte Frankreichs seit
Anfang der 80er Jahre verzeichnen kann. Besonderes Augenmerk legt
die Autorin dabei auf die Situation der Pariser Vorstädte,
dieser von Gettoisierungstendenzen und sozialer Ausgrenzung
gezeichneten Ballungsgebiete, die einen der explosivsten sozialen
Brennpunkte der französischen Gesellschaft darstellen. Denn
waren diese traditionellen Arbeitervorstädte einst angestammte
Hochburgen der Kommunistischen Partei Frankreichs und bildeten
insofern einen "roten Gürtel" um die französische
Hauptstadt, so zählen sie heute zu den Bastionen des
Wahlerfolges der Rechtsextremen.
Welche Faktoren haben diese Entwicklung bedingt? Und ist der
"rote Gürtel" heute braun? Diese Fragen sowie die
daraus zu ziehenden Schlüsse für ein wirksames
antirassistisches Engagement werden in diesem Band umfassend
diskutiert.
Aus dem Inhalt:
Der
"rote Gürtel" von Paris: Mythos und Realität
Der Front
National und seine Wählerschaft
"Immigration und Unsicherheit": Mobilisierungsthemen
des Front National
Medien und
politischer Diskurs
Von den Kommunisten zum Front National?
Epilog: Oktober/November 2005: Revolte in den Vorstädten
"Jandis Studie ermöglicht
einen Blick hinter die Kulissen der Vorstadtkrawalle, die durch
Zeitungen und Fernsehen verbildlicht, aber nur bruchstückhaft
erklärt wurden. So gilt die Lektüre von Lisa Jandi als Schritt,
Hintergründe und Entwicklungen in Frankreich verstehen zu
wollen, anstatt rassistischen Parolen regierender Politiker eine
Chance zu geben."
(Katrin Kräuter in "Dernières Nouvelles d'Alsace",
Straßburg)
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